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Definitiv fehlen werden mir die Vögel in meinem Garten und der Nachbarschaft. Täglich kamen die roten Spechte, die gelben Calandrias (wohnen ja in den Hecken und verscheuchen die Katzen mit ihrem Geschrei), die grünen Halsbandsittiche und die kleinen braunen spatzenartigen Vöglein. Immerhin habe ich heute Morgen neben dem Rauschen der Autobahn und dem Lärm der Kernsanierung des Nachbarhauses ein paar Vögel singen gehört...
Vor dem Büro der Kölner Wohnungsbaugenossenschaft stehen die Bremer Stadtmusikanten. Warum auch immer. Freue mich aber, dieses Bremer Wahrzeichen so weit von meiner Geburtsstadt zu entdecken!
Am Sonntag, dem 19. Oktober 2025, lande ich in Frankfurt. Ich hatte mal wieder eine sympathische Mitreisende im Flieger: die 19jährige Käte hatte ein Auslandsjahr bei einer argentinischen Gastfamilie in der Pampa verbracht und war nun noch einmal zu Besuch da. Wir hatten viel zu erzählen und nach den anstrengenden letzten Tagen in VGB und der langen Anfahrt bin ich nach dem Abendessen schon beim ersten Film eingeschlafen. Das Flugzeug namens Bayern landet pünktlich in Frankfurt, ich habe noch Zeit, um Zähne zu putzen und meine Rückenübungen zu machen, eh das Gepäck ankommt. Es ist alles da – nur in der Aufregung und Erschöpfung vergesse ich die Gitarre. Jörg holt mich mit dem Sven ab und wir rauschen über die A3 Richtung Kölle. Unterwegs gibt’s Stullen mit Frischkäse, Paprika und vegetarische Bällchen. Es gibt viel zu erzählen und die Wiedersehensfreude könnte kaum größer sein, auch wenn wir beide ziemlich platt sind: Jörg vom Renovieren und ich von der Reise. Carla empfängt uns in Lindenthal mit Kaffee und ich bekomme vegetarische Frikadellen und Bohnen-Mais-Eintopf. Lecker! Jörg und ich drehen noch eine Runde durch den herbstlichen Beethovenpark und genießen die letzten Sonnenstrahlen.
Am nächsten Tag bringt der Kurierdienst die verlorengegangene Gitarre. Halleluja! Ich klemme mich an den Rechner und suche auf einschlägigen Portalen nach Wohnungen. Es ist schon bitter: Unter €1000 mit Garten oder Balkon sind die Angebote überschaubar. Wer erinnert sich nicht an die Versprechen der Politik, dass mit der Euro-Einführung NICHTS teurer wird? Ich habe den Eindruck, die Mietpreise haben sich seitdem in Köln knapp verdreifacht…Auch die Anfrage bei der Genossenschaft ist ergebnislos. Warteliste. Kann mehrere Monate dauern. Und am 3.11. fängt die neue Schule an. Ich habe (und will eigentlich auch) kein Auto, keine Möbel. Glücklicherweise darf ich vorerst bei Carla wohnen, was menschlich passt und logistisch praktisch ist, denn von hier bin ich schnell zum Einkaufen auf der Dürener Straße, in Marsdorf (MediaMarkt) und der Kölner City. Schnell ist das Frühstücksarsenal wieder mit Cerealien, Obst und Gemüse sowie Vollkornbrot, Margarine und Käse aufgestockt. Ich baue das blaue Alltagsrad zusammen, damit ich mobil bin. Zwar baue ich die Pedalen erstmal falschherum an, doch bei der Probefahrt fällt mir dies schon auf. Ups! Beim MediaMarkt gibt’s einen neuen Standmixer für die morgendlichen Smoothies und Overnight Oats (Haferbrei) und einen neuen Bartschneider. Beide Vorgängermodelle mussten leider in Argentinien bleiben, weil das Gepäck zu schwer war. Allerdings hatten sie sich ihr Brot auch schon verdient. Das Gerät von Tefal macht jedenfalls leckere Getränke und ist leichter zu reinigen. Der Globetrotter am Neumarkt repariert die Ortlieb-Tasche vom Fahrrad, welche nach Jahren des täglichen Gebrauchs an der unteren Naht aufgeplatzt war. Die Krankenversicherungen und Gewerkschaft GEW informiere ich über meine Rückkehr. Gleich werde ich mal meinen argentinischen Personalausweis zur Post bringen und zur Botschaft nach Buenos Aires schicken. Es gibt viel zu tun! Eigentlich wollte ich mit Marco ein paar Tage nach Trier fahren, um die letzte Herbstferienwoche zu nutzen, doch er ist krank. So habe ich mehr Zeit, mich an die andere Zeitzone zu gewöhnen und Wohnungsanzeigen zu lesen. Heute Abend geht’s zur Belohnung in die Sauna.
Positiv und optimistisch bleiben, sagen mir Carla und ich. Ist natürlich nicht immer so einfach. Die Käuferin des Vitos hat den vereinbarten Preis immer noch nicht vollständig bezahlt und die Wechselstube hat mir bisher nur €3890 überwiesen. Bei letzterem bin ich zuversichtlich, dass Gerdi mir die Kohle noch überweist…und bei Paola bleibt mir nichts übrig, als zu warten und zu hoffen. Was ist schon gerecht im Leben? Arschlöcher gibt’s eben überall auf der Welt. Mit Sicherheit wird sich früher oder später eine Wohnung finden. Mittlerweile suche ich in Käffern, deren Namen ich vorher nicht einmal kannte. Hürth Fischenich, Pulheim Brauweiler, Gleuel…will ich da tot über’n Zaun hängen? Sind die Menschen da vielleicht ähnlich konservativ wie in VGB? Gibt’s überhaupt Infrastruktur oder muss ich dann immer zum Einkaufen in die Stadt (Köln) fahren? Liegen die Immobilien direkt an der Autobahn oder dem Güterbahnhof Eifeltor? Oft ist ja keine Adresse angegeben, auch stehen nicht immer Namen der Vermietenden und manchmal fehlen elementare Angaben (Preis? Zimmeranzahl? Garten/Balkon? Stellplatz/Garage?). Wieder einmal kämpfe ich mit dem Eindruck, dass ich ganz schön viel verloren habe, als ich mein Leben zuerst in Köln und dann auch in Aachen aufgab. Ja, die irdischen Güter sind ersetzbar und die Sozialkontakte wollen eben gepflegt werden. Nichtsdestotrotz begehrt der kleine Mathias auf, es sei ungerecht und unverhältnismäßig, was ich für diese Erfahrungen gezahlt und geopfert habe. Klugscheißer*innen werden jetzt sagen: „Das hast Du doch so gewollt!“ Bullshit. Dass ich aus der sogenannten Deutschen Schule VGB gemobbt werde, habe ich nicht gewollt und ich wünsche diese Erfahrung auch niemandem. Was es mich finanziell gekostet hat, meine Kölner und Aachener Wohnungen zu verramschen und vorzeitig aus Argentinien zurückzukommen, möchte ich gar nicht so genau überschlagen. Von den zwischenmenschlichen Beziehungen am Anne-Frank-Gymnasium, zu meinen Nachbar*innen, dem Alpenverein und den Steiftieren ganz zu schweigen.
Ja, Köln hat sich selbstredend ebenfalls verändert. Das Verkehrsaufkommen hat zugenommen, der Verkehr hat sich verändert (eine Fahrradspur auf den Ringen! So viele Lastenräder!! So viele Menschen!!!), viele bekannte Geschäfte sind verschwunden, etc. Leben heißt Veränderung und wie das chinesische Sprichwort sagt, kann Mensch nicht zweimal durch denselben Fluss gehen. Dies jedoch zu mit eigenen Augen zu sehen, ist immer wieder überraschend, wenn ich aus dem Ausland zurückkomme. Die Menschen leben ihr Leben, machen Ferien/Urlaub, arbeiten, misten aus, renovieren, ziehen um, sind krank, haben Termine…auch ohne mich. Es ist schon eine Herausforderung, anzukommen – selbst hier in Köln.
Gestern Nacht habe ich von Katzenbabys geträumt. Vielleicht ergibt sich ja da etwas, sobald ich eine eigene Wohnung gefunden habe. Und die Zeit rast. Ein Blick auf den Kalender verrät, dass in gut zwei Monaten Weihnachten ist. Die Zeit heilt viele Wunden. Seien wir gelassen und optimistisch!
Am Sonntag, dem 19. Oktober 2025, lande ich in Frankfurt. Ich hatte mal wieder eine sympathische Mitreisende im Flieger: die 19jährige Käte hatte ein Auslandsjahr bei einer argentinischen Gastfamilie in der Pampa verbracht und war nun noch einmal zu Besuch da. Wir hatten viel zu erzählen und nach den anstrengenden letzten Tagen in VGB und der langen Anfahrt bin ich nach dem Abendessen schon beim ersten Film eingeschlafen. Das Flugzeug namens Bayern landet pünktlich in Frankfurt, ich habe noch Zeit, um Zähne zu putzen und meine Rückenübungen zu machen, eh das Gepäck ankommt. Es ist alles da – nur in der Aufregung und Erschöpfung vergesse ich die Gitarre. Jörg holt mich mit dem Sven ab und wir rauschen über die A3 Richtung Kölle. Unterwegs gibt’s Stullen mit Frischkäse, Paprika und vegetarische Bällchen. Es gibt viel zu erzählen und die Wiedersehensfreude könnte kaum größer sein, auch wenn wir beide ziemlich platt sind: Jörg vom Renovieren und ich von der Reise. Carla empfängt uns in Lindenthal mit Kaffee und ich bekomme vegetarische Frikadellen und Bohnen-Mais-Eintopf. Lecker! Jörg und ich drehen noch eine Runde durch den herbstlichen Beethovenpark und genießen die letzten Sonnenstrahlen.
Am nächsten Tag bringt der Kurierdienst die verlorengegangene Gitarre. Halleluja! Ich klemme mich an den Rechner und suche auf einschlägigen Portalen nach Wohnungen. Es ist schon bitter: Unter €1000 mit Garten oder Balkon sind die Angebote überschaubar. Wer erinnert sich nicht an die Versprechen der Politik, dass mit der Euro-Einführung NICHTS teurer wird? Ich habe den Eindruck, die Mietpreise haben sich seitdem in Köln knapp verdreifacht…Auch die Anfrage bei der Genossenschaft ist ergebnislos. Warteliste. Kann mehrere Monate dauern. Und am 3.11. fängt die neue Schule an. Ich habe (und will eigentlich auch) kein Auto, keine Möbel. Glücklicherweise darf ich vorerst bei Carla wohnen, was menschlich passt und logistisch praktisch ist, denn von hier bin ich schnell zum Einkaufen auf der Dürener Straße, in Marsdorf (MediaMarkt) und der Kölner City. Schnell ist das Frühstücksarsenal wieder mit Cerealien, Obst und Gemüse sowie Vollkornbrot, Margarine und Käse aufgestockt. Ich baue das blaue Alltagsrad zusammen, damit ich mobil bin. Zwar baue ich die Pedalen erstmal falschherum an, doch bei der Probefahrt fällt mir dies schon auf. Ups! Beim MediaMarkt gibt’s einen neuen Standmixer für die morgendlichen Smoothies und Overnight Oats (Haferbrei) und einen neuen Bartschneider. Beide Vorgängermodelle mussten leider in Argentinien bleiben, weil das Gepäck zu schwer war. Allerdings hatten sie sich ihr Brot auch schon verdient. Das Gerät von Tefal macht jedenfalls leckere Getränke und ist leichter zu reinigen. Der Globetrotter am Neumarkt repariert die Ortlieb-Tasche vom Fahrrad, welche nach Jahren des täglichen Gebrauchs an der unteren Naht aufgeplatzt war. Die Krankenversicherungen und Gewerkschaft GEW informiere ich über meine Rückkehr. Gleich werde ich mal meinen argentinischen Personalausweis zur Post bringen und zur Botschaft nach Buenos Aires schicken. Es gibt viel zu tun! Eigentlich wollte ich mit Marco ein paar Tage nach Trier fahren, um die letzte Herbstferienwoche zu nutzen, doch er ist krank. So habe ich mehr Zeit, mich an die andere Zeitzone zu gewöhnen und Wohnungsanzeigen zu lesen. Heute Abend geht’s zur Belohnung in die Sauna.
Positiv und optimistisch bleiben, sagen mir Carla und ich. Ist natürlich nicht immer so einfach. Die Käuferin des Vitos hat den vereinbarten Preis immer noch nicht vollständig bezahlt und die Wechselstube hat mir bisher nur €3890 überwiesen. Bei letzterem bin ich zuversichtlich, dass Gerdi mir die Kohle noch überweist…und bei Paola bleibt mir nichts übrig, als zu warten und zu hoffen. Was ist schon gerecht im Leben? Arschlöcher gibt’s eben überall auf der Welt. Mit Sicherheit wird sich früher oder später eine Wohnung finden. Mittlerweile suche ich in Käffern, deren Namen ich vorher nicht einmal kannte. Hürth Fischenich, Pulheim Brauweiler, Gleuel…will ich da tot über’n Zaun hängen? Sind die Menschen da vielleicht ähnlich konservativ wie in VGB? Gibt’s überhaupt Infrastruktur oder muss ich dann immer zum Einkaufen in die Stadt (Köln) fahren? Liegen die Immobilien direkt an der Autobahn oder dem Güterbahnhof Eifeltor? Oft ist ja keine Adresse angegeben, auch stehen nicht immer Namen der Vermietenden und manchmal fehlen elementare Angaben (Preis? Zimmeranzahl? Garten/Balkon? Stellplatz/Garage?). Wieder einmal kämpfe ich mit dem Eindruck, dass ich ganz schön viel verloren habe, als ich mein Leben zuerst in Köln und dann auch in Aachen aufgab. Ja, die irdischen Güter sind ersetzbar und die Sozialkontakte wollen eben gepflegt werden. Nichtsdestotrotz begehrt der kleine Mathias auf, es sei ungerecht und unverhältnismäßig, was ich für diese Erfahrungen gezahlt und geopfert habe. Klugscheißer*innen werden jetzt sagen: „Das hast Du doch so gewollt!“ Bullshit. Dass ich aus der sogenannten Deutschen Schule VGB gemobbt werde, habe ich nicht gewollt und ich wünsche diese Erfahrung auch niemandem. Was es mich finanziell gekostet hat, meine Kölner und Aachener Wohnungen zu verramschen und vorzeitig aus Argentinien zurückzukommen, möchte ich gar nicht so genau überschlagen. Von den zwischenmenschlichen Beziehungen am Anne-Frank-Gymnasium, zu meinen Nachbar*innen, dem Alpenverein und den Steiftieren ganz zu schweigen.
Ja, Köln hat sich selbstredend ebenfalls verändert. Das Verkehrsaufkommen hat zugenommen, der Verkehr hat sich verändert (eine Fahrradspur auf den Ringen! So viele Lastenräder!! So viele Menschen!!!), viele bekannte Geschäfte sind verschwunden, etc. Leben heißt Veränderung und wie das chinesische Sprichwort sagt, kann Mensch nicht zweimal durch denselben Fluss gehen. Dies jedoch zu mit eigenen Augen zu sehen, ist immer wieder überraschend, wenn ich aus dem Ausland zurückkomme. Die Menschen leben ihr Leben, machen Ferien/Urlaub, arbeiten, misten aus, renovieren, ziehen um, sind krank, haben Termine…auch ohne mich. Es ist schon eine Herausforderung, anzukommen – selbst hier in Köln.
Gestern Nacht habe ich von Katzenbabys geträumt. Vielleicht ergibt sich ja da etwas, sobald ich eine eigene Wohnung gefunden habe. Und die Zeit rast. Ein Blick auf den Kalender verrät, dass in gut zwei Monaten Weihnachten ist. Die Zeit heilt viele Wunden. Seien wir gelassen und optimistisch!
Zwei Gepäckwagen bilden meine Wagenburg am Flughafen von Buenos Aires
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